Unsere Geschichte

Chorgesang hat in Leipzig eine lange Tradition. Bereits seit 1802 gab es hier eine Singakademie – im Gegensatz zu den später entstandenen Arbeiterchören war dies eher ein bürgerlicher Verein. Aus der 1861 gegründeten Gesangsabteilung des Gewerblichen Bildungsvereins Leipzig gingen in der Folgezeit verschiedene Chöre hervor: u. a. Männerchor Zentrum Süd, Lichtsche Chöre, Männerchor Gutenberg, Leipziger Volkschor. Letzterer entstand, als 1919 Otto Didam vom „Männer- und Gemischten Chor Leipzig“ (ursprünglich: Sängerabteilung des Sozialdemokratischen Vereins Leipzig) zum Chordirigenten gewählt wurde. Nachdem Otto Didam auch den „Männerchor Zentrum Süd“ übernommen hatte, wurde im Februar 1925 die „Arbeitsgemeinschaft Didamscher Chöre“ gegründet. Diese wurde am 1. April 1930 umbenannt in „Leipziger Volkssingakademie“. 1934 wurde die Volkssingakademie – wie andere Arbeiterchöre auch – verboten. Viele ihrer Sänger wechselten in die 1918 gegründete Neue Leipziger Singakademie, deren Leitung Otto Didam 1933 übernahm. Seit 1954 wurde wieder der alte Name „Leipziger Volkssingakademie“ geführt.

Otto Didam hat diesen Chor über mehr als 40 Jahre hinweg entscheidend geprägt, bevor 1962 sein Sohn, Olaf Didam, die musikalische Leitungübernahm. Nachdem in den Anfangsjahren vor allem die große Liedform gepflegt wurde, hat sich unser Repertoire inzwischen hin zu geistlichen und weltlichen A-cappella-Werken von der Renaissance bis zur Gegenwart gewandelt. Dies ist der inzwischen kleineren Besetzung des Chores geschuldet. 1991 erfolgte die Umgründung in den „Kammerchor Leipziger Volkssingakademie e. V.“ In den letzten 25 Jahren erfuhr der Chor vor allem durch seine Chorleiter Raik Fischer und Helmut Werler besondere Prägung. Nach 40-jähriger Zusammenarbeit verabschiedete sich Olaf Didam vom Chor und Raik Fischer übernahm von 1991 bis 1996 die Leitung. Dessen Weg setzte Helmut Werler, der den Chor von Januar 1997 bis August 2008 führte, fort. Anschließend übernahm Christian Nolte, Student an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig, bis 2009 die musikalische Leitung. Auch Marcus Herlt studiert an dieser Hochschule, der 2010 die Leitung übernahm.


Marcus Herlt wurde am 1. März 1988 in Rathenow (Brandenburg) geboren.
Schon in jungen Jahren sang er in verschiedenen Chören und erhielt ersten Instrumentalunterricht.
Er war seit der zehnten Klasse Schüler am Landesgymnasium für Musik in Wernigerode. Dort erhielt er Gesangsausbildung und Klavierunterricht. Bis zu seinem Abitur 2008 wirkte er als Singeleiter beim Rundfunkjugendchor Wernigerode mit.
Seither lebt er in Leipzig und wirkt dort in verschiedenen Ensembles mit. Er studiert Schulmusik an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater sowie Deutsch auf Lehramt an der Universität Leipzig.